Der Beginn

Diese Seiten sind ein rein privater Blog, er ist für Menschen gedacht welche sich genau wie wir für den Segelsport begeistern.
Wer die Freiheit des Segelns erlebt hat oder sich für diese Art der Fortbewegung auf dem Wasser interessiert findet hier vielleicht ein paar Anregungen, oder kann etwas wissenswertes beisteuern.

Faszination SEGELSPORT
Irgendwo dort hinter dem blauen Horizont liegt ein Land, eine Insel, eine Bucht deiner innersten Träume. Isoliert vom täglichen Alltagstrudel und gesellschaftlicher Hektik. Fern von Leistungsdruck und Konkurrenzkampf von äußerlichen Abhängingkeiten und materiellen Verpflichtungen.
Es gibt sie noch die Orte an denen wir heiter und unbekümmert wie in unserer Kindheit sein können. Im Einklang mit der Natur, dem Wind und der weite des Meeres. Hier muss man keine Masken tragen, keine großartigen und leeren Worte sprechen, keine Rollen spielen die du dir selbst oder andere dir auferlegt haben. Hier kannst du dich mit den Menschen umgeben die du magst und die schätzt und die dich schätzen.

Erfahrene Segler sagen: „Nach einem mehrtägigen Segeltörn wirst du deine Mitsegler entweder nie wieder sehen wollen und du nimmst die andere Straßenseite wenn sie dir begegnen, oder du wirst für immer mit Ihnen verbunden sein“.

Wir haben uns seit Jahren dem Segelsport verschrieben und segeln nun seit ca. 8 Jahren selbst mit Begeisterung im Mittelmeer – sobald es unsere Zeit erlaubt. Weiterlesen

Wichtige Bordregeln

Das Bord-WC!

Eines der häufigsten Probleme an Bord ist das Bord-WC.

Dieses wird durch Pumpen mit Wasser aus dem Meer befüllt und dann abgepumpt. Die Fäkalien gelangen in einen Tank, der dann weit draußen – oder in entsprechenden Einrichtungen im Hafen – geleert wird.

Es ist dabei extrem wichtig, sich Folgendes gut durchzulesen und zu merken:

Ins Klo kommt nur, was vorher gegessen oder getrunken wurde (Klopapier, Damenbinden, Tampons und Essensreste gehören nicht dazu) !
Das wird leider oft „klammheimlich“ mißachtet (es guckt ja keiner, ist ja eklig mit dem Toilettenpapier…schwupps, rin ins Klo….) Aber die dünnen Rohre verstopfen sehr schnell und dann ist das ganze Toilettensystem außer Betrieb.

Es muß dann mühsam auseinander gebaut werden (und das ist erst recht eklig – nicht nur für den Skipper…)

Daher bitte gleich und unbedingt ultimativ (!!) einprägen:

Klopapier, Tampons, Damenbinden gehören in die neben dem Klo stehende Tüte (das ist übrigens in fast allen südlichen Ländern auch an Land so, da man dort auch nur dünne Abwasserrohre hat!)

Reisegepäck

Bitte keinesfalls mit Koffern anreisen!

Wir können diese an Bord nirgends stauen, und es ist deswegen unabdinglich, faltbare Taschen oder Seesäcke zu verwenden, die man nach dem Auspacken klein zusammenfalten kann. Bei vorherigem oder nachherigem Hotelaufenthalt kann man die Koffer im Hotel lagern – bei Onewaytörns wird das allerdings schwieriger

SEEKRANKHEIT – muss nicht sein

Wissenswertes zum Thema Seekrankheit, Auslöser und was man dagegen tun kann!

Für viele Erstmitsegler/innen ist Seekrankheit die größte Angst! Und Angst ist m.E. auch Auslöser der Seekrankheit.
Seekrankheit entsteht, weil das Gleichgewichtssystem im Ohr mit den Informationen, die es vom Körper erhält (Umwelt wackelt) nichts anfangen kann. Daher wird einem schlecht, man wird müde und will sich hinlegen, meist muß man sich auch übergeben..
Oft wird dies auch ausgelöst durch die Angst, das Schiff könne (beim Segeln) umfallen, und schwupps: Fehlmeldungen ans Gehirn.
Mitsegler/innen hoffen oft, durch Motorfahrt würde es besser – das ist aber eine Fehleinschätzung, denn: in Motorfahrt bewegt sich das Schiff sowohl entlang seiner Längs- als auch seiner Querachse, es „dreht“ sich also, was zu viel mehr Irritation des Gleichgewichtssystemes führt, als beim Segeln, wenn der Winddruck die Querbewegung reduziert, und das Schiff nur entlang der Längsachse schaukelt (zudem ist Motoren bei viel Wind oft langsamer, als Segeln, man „leidet“ also länger!). Aber da die Yacht beim Segeln „schräg“ liegt, denken Viele, daß es besser würde, wenn sie wieder „gerade“ ist (=motort wird).
Wenn man sich einmal die Druckverhältnisse beim Segeln anschaut und weiß, daß eine moderne Segelyacht kaum „umfallen“ (kentern) kann, gewinnt schnell die Erkenntnis, daß „schräg Segeln“ keinen Grund zur Unsicherheit bietet, im Gegenteil. Oft geht es dann besser oder das Unwohlsein verschwindet völlig. Zwar kann Seekrankheit dann bei zunehmendem Seegang durchaus wieder auftreten, manchmal auch nur für kurze Zeit, aber bei den Verhältnissen, die wir an Bord unserer Yachten „normalerweise“ erleben, geht es den meisten bald besser, wenn sie das wissen und sich langsam an die Schiffsbewegungen gewöhnen (können).
Chemische Präparate gibt es in jeder Apotheke, die nutzen jedoch nur etwas, wenn man die VOR Start der Tagesetappe nimmt. Zwar wird einem vielleicht nicht oder weniger schlecht, dafür läuft man immer „wie in Watte“ herum, auch NACH dem Anlegen bleibt man „gedämpft“.
Daher bin ich kein Freund solcher Mittel, und empfehle, erst einmal auszuprobieren, wie man ohne zurechtkommt.
Denn: Das Gleichgewichtssystem „lernt“ meistens recht schnell mit der neuen Umgebung variabel umzugehen, zudem haben wir mit Akkupressurarmbändern (im Segler-Fachhandel) sehr gute Erfahrungen gemacht! Und kaum ist die Yacht ruhig im Hafen, rennt der/die eben noch seekranke Segler/in in die nächste Taverne und futtert mit Heißhunger, da es ihm SOFORT wieder gut geht, wenn das Gehirn wieder „richtige“ Informationen bekommt, wo „oben“ und wo „unten“ ist!
Ersten Symptomen der Seekrankheit wie Gähnen, erstem Schwindelgefühl, flauem Magen, sollte man sofort richtig begegnen
Wenn man es überhaupt nicht in den Griff bekommt, kann man immer noch mit Tabletten den restlichen Törn überstehen.
Medikamente: empfohlen wird das histaminabbauende Cinnarizin, welches es rezeptfrei in der Apotheke gibt.
Scopolamin, das meist gegen Seekrankheit benutzt wird, hat keine histaminabbauenden Substanzen, sondern wirkt lediglich dämpfend! (und eben leider auch NACH Ankunft im Hafen…)
SEEKRANKHEIT – Hintergrundinfos zur Entstehung von Seekrankheit
Histamin – wo kommt es her, was dagegen tun?
Schweine werden nicht seekrank, denn diese haben ein Enzym namens DAO, welches Histamin neutralisiert.
Histamin ist ein „biogenes Amin“, das durch den bakteriellen Abbau der Aminosäure Histidin ensteht. Blockiert (oder reduziert) man die Histamin-Produktion im Gehirn, tritt Seekrankheit nicht auf.
Es nutzt jedoch nichts, sich lediglich wie ein Schwein aufzuführen, das Histamin muß man neutralisieren! *nur Spaß*
Also sollte man histaminhaltige Nahrung meiden (siehe unten) bzw . solche Nahrung zu sich nehmen, die Histamin abbaut.
Stress (z.B. Angst auf dem Schiff) führt ebenfalls zur Ausschüttung von körpereigenem Histamin Vitamin-C-reiche Nahrung essen und histaminhaltige Nahrung vermeiden
Histaminhaltig sind: Spinat, Tomaten, Rotwein, Bier und Weizenbier, haltbar gemachte Nahrung wie Salami, Hartkäse, Dosen-Thunfisch, Ketchup, Pizza usw.
Histaminarm sind frischer Fisch und Fleisch, Frischkäse, Obst Vitamin C baut Histamin am schnellsten ab!
Also kann man auch Orangen, Kiwi oder Äpfel gut essen, das hilft.
Es ist also nicht der Sehapparat alleine, der Seekrankheit ausmacht, denn auch Blinde können seekrank werden. Die Ursache der Seekrankheit hat auch mit dem Gleichgewichtssinn und den gleichzeitig von Auge und Gleichgewichtsapparat ans Gehirn gelieferten, aber inkonsistenten Informationen zu tun. Sind diese Informationen nicht stimmig, wird man irritiert=seekrank
Keine Sorge: die Yacht kippt nicht um!
Eine große Hilfe ist es, wenn man die physikalischen Abläufe auf und mit einem Schiff versteht: warum wird es jetzt schräg, aber warum kann es nicht umfallen, im Gegenteil: es wird (bei Lage) stabiler… 
Also machen Sie sich mit dem physikalischen Ablauf der Schiffsbewegungen vertraut. Vorteilhaft ist es:
mittschiffs in Fahrtrichtung stehen, dies kann Seekrankheitssymptome vermeiden oder mildern.

SEEKRANKHEIT – muss nicht sein – Was ich tun kann zur Vermeidung
Gehen Sie ans Ruder, fixieren Sie einen festen Punkt (Land) am Horizont.
nicht lesen sondern eine Beschäftigung suchen
Kauen Sie z.B. trockene, salzhaltige Kekse oder Zwieback, • trinken Sie (stilles !) Wasser.
• nicht unter Deck gehen, bzw. wenn, dann schiffsmittig hinlegen
für Frischluftzufuhr sorgen und
• Eimer bereitstellen
• Küchentücher und stilles Wasser bereit halten
(Sollten Sie Erbrechen, sofort wieder Trinken und Kekse oder Zwieback kauen, damit der Magen nicht leer wird.)
Mit leerem Magen erbricht man Magensäure und hat erhebliche Schmerzen.
Wenn Sie auf Deck bleiben, was ohnehin besser ist, SOFORT Lifebelt und Schwimmweste anziehen und sicher anleinen. Eine nicht seekranke Person sollte (!) sie betreuen.